Beim Bodenbelag auch an die Trittschalldämmung denken

Vermutlich hat jeder schon einmal die Erfahrung gemacht: Man ist bei Freunden eingeladen, die in einem modernen Wohnblock leben und auf einmal ertönt lautes Trampeln, als ob ein Elefant in der Wohnung in einer oberen Etage gelaufen wäre. Genau so hört es sich an, wenn die Nachbarn auf eine Trittschalldämmung verzichten und einen Boden ohne Unterlage anbringen. Doch nicht nur in großen Apartmentblocks hat es sich bewährt, sich über das Thema Trittschalldämmung Gedanken zu machen. Denn auch in Einfamilienhäusern ist es unangenehm, wenn man im Wohnzimmer jeden Schritt hört, den der Nachwuchs im Kinderzimmer im Obergeschoss macht.

Die Vor- und Nachteile verschiedener Bodenbeläge kurz zusammengefasst

Die Trittschalldämmung ist erst seit einigen Jahrzehnten ein Thema, mit dem sich Wohnungsinhaber und Hausbauer auseinandersetzen. Der Grund dafür ist, dass noch im 20. Jahrhundert in vielen Wohnungen Teppichböden standardmäßig verlegt wurden. Dieser Belag punktet mit einigen Vorteilen:

  • Der größte Vorzug ist der Schallschutz: Gerade bei hochflorigen Teppichen hört man Schritte kaum durch
  • Teppiche bieten außerdem eine gute Wärmedämmung
  • Sie wirken wohnlich und sind in unzähligen Farben und Mustern erhältlich

Einer der Gründe warum Architekten Alternativen zu Teppichböden suchten ist die Tatsache, dass sie sich nicht so gründlich reinigen lassen wie zum Beispiel ein Holzboden. Mit einem Staubsauger wird Schmutz zwar oberflächlich entfernt, feiner Staub und Milben bleiben jedoch zurück. Dadurch sind Teppiche gerade für Allergiker nicht der geeignete Bodenbelag. Parkettböden haben schon eine lange Tradition, das Naturmaterial verschafft wohnliches Ambiente.

Einer der Nachteile ist jedoch, dass Parkett pflegeintensiv ist und noch dazu viel kostet. Als Alternative bietet sich das günstige Laminat an. Er besteht nicht vollständig aus Holz, sondern aus Holzspanplatten mit einer Beschichtung. Laminate gibt es in unterschiedlichen Stärken und Schattierungen. Da Laminatböden Schall nur schlecht dämpfen, muss unbedingt eine Trittschalldämmung angebracht werden. Punkte sammelt Laminat jedoch mit der einfachen Verlegetechnik: Mit dem Klick-System kommen auch Personen mit wenig handwerklicher Erfahrung gut zurecht. Voraussetzung dafür, dass man mit einem Holz- oder Laminatboden wirklich Freude hat, ist zuvor eine Trittschalldämmung anzubringen.

Wissenswertes rund um das Thema Trittschall

Was versteht man eigentlich unter Trittschall? Dabei handelt es sich um die Übertragung von Geräuschen durch Wände, Böden und Decken hindurch in umliegende Räume. Jener Lärm, den man im Zimmer wahrnimmt, wo das Geräusch entsteht wird im Gegenzug als Gehschall bezeichnet. Warum sich gerade bei Holz- und Laminatböden Tritt- und Gehschall besonders bemerkbar machen liegt an der Verlegetechnik. Teppich wird vollständig verklebt und bildet sozusagen mit dem darunter liegenden Estrich eine Einheit. Holz und Laminat werden schwimmend verlegt: Dabei bildet sich zwischen dem Untergrund und dem Belag ein Hohlraum. Selbst wenn dieser nur wenige Millimeter hoch ist, wirkt er wie ein Verstärker und sowohl Geh- als auch Trittschall werden lauter wahrgenommen.

Bevor eine Trittschalldämmung verlegt werden kann, sind Vorarbeiten notwendig. Zunächst geht es einmal darum, den alten Belag zu entfernen. Bei Teppichböden kann das einige Zeit in Anspruch nehmen. Schließlich muss nicht nur der Teppich selbst, sondern auch der Klebstoff entfernt werden. Gerade in Altbauten sind Böden oft uneben. Bringt man eine Trittschutzdämmung auf ohne die Unebenheiten auszugleichen, ist der Effekt gemindert. Für Ausbesserungsarbeiten bieten sich Fließestrich oder Ausgleichsmasse an. Die Materialien sind in jedem Baumarkt erhältlich und lassen sich auch von Laien leicht auftragen. Egal ob man eine Trittschalldämmung in einem neuen Haus oder im Zuge von Sanierungsarbeiten in einem älteren Objekt anbringt, Voraussetzung für ein zufriedenstellendes Ergebnis ist, dass der Untergrund völlig ausgetrocknet ist. Ansonsten kann sich Schimmel bilden, was sich negativ auf die Gesundheit der Bewohner auswirkt.

Überblick unterschiedlicher Trittschutzmaterialien

Dämmmaterial für den Boden soll verschiedene Eigenschaften aufweisen: Es muss elastisch sein, um die Schritte jedes Hausbewohners abzufedern. Dafür bieten sich unterschiedliche Materialien an. Einerseits gibt es Trittschutzdämmungen aus Kunststoff. Die aus Polyethylen- oder Polystyrol-Schaum-Platten bestehen. Wer hier zum Shop klickt, findet eine große Auswahl an Matten in unterschiedlichen Stärken. In dem Kunststoffschaum sind kleine Luftbläschen enthalten, die den Trittschall schlicken. Generell ist der Trittschall umso besser, je dicker die Matte ist. Kunststoff-Trittschutzmatten sind für jeden Untergrund geeignet. Welche Stärke geeignet ist, hängt vom geplanten Bodenbelag ab. Für Holz- und Laminatböden wählen Heimwerker besser dickere Matten, bei Kork- oder Linoleumböden reichen dünnere Modelle aus.

Als natürliches Material für Trittschutzmatten hat sich Kork bewährt. Die kleinen Zellen im Kork sind mit Luft gefüllt, die ähnlich wie bei Kunststoffmatten Schritte dämpfen. Sie bieten sich für Kork-, Linoleum-, Parkett und Laminatböden an. Verzichten sollte man auf Kork als Dämmung in Feuchträumen, da er bei Feuchtigkeit Schimmel bilden kann. Außerdem sind Trittschutzmatten aus Holzfasern erhältlich. Sie sollten ähnlich wie Kork nicht in der Küche oder in Nassräumen verlegt werden, da sie gegen Feuchtigkeit empfindlich sind. Dämmunterlagen aus Holzfasern wirken sich positiv auf das Raumklima aus, der Trittschall wird jedoch nicht ganz zu gut gedämmt wie bei Kunststoff- oder Korkmatten. In der Regel lassen sich alle Matten gut zuschneiden und perfekt an die Raumgröße anpassen.

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