Selbst ist der Mann, doch aufs Gerüst kommt es an

Gebäudeteile selbst errichten, Reparaturen durchführen oder Dächer sowie Fassaden selber reparieren sind anspruchsvolle Aufgaben. Viele Hausbesitzer nehmen diese Herausforderungen gerne an. Ist das Ergebnis schließlich gelungen, stellt sich eine große Befriedigung ein. Beim Eigenbau nicht zu unterschätzen ist jedoch die Unfallgefahr. Deshalb sollten Sie bei komplexen Baumaßnahmen auf professionellen Gerüstbau setzen. Mit einem stabilen und sachkundig errichteten Gerüst können Sie Bau- und Sanierungsarbeiten sicher und einfach auch an heiklen Gebäudeteilen, in großer Höhe oder an schwer zugänglichen Stellen durchführen.

Baugerüste im Altertum

Seit die Menschen komplexe Bauwerke errichten, gibt es auch Baugerüste. Wahrscheinlich nutzten schon die alten Ägypter weit vor Christi Geburt Baugerüste. Beim Leuchtturm von Alexandria etwa, einem der 7 Weltwunder, kam laut Expertenmeinung mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Gerüst zum Einsatz. Damals waren Baugerüste meist aus Bambus und wurden mit Seilen oder Weidenästen fixiert. Mit Holz wurde damals schon sparsam umgegangen, weil es auch im Altertum ein teurer Rohstoff war. Es wurde wohl lediglich für Leitern verwendet. Bambus hingegen war preiswerter, wuchs relativ schnell nach und hatte positive Eigenschaften für den Gerüstbau. Im Mittelalter, in der Renaissance und in der Neuzeit entstanden unfassbare Bauwerke. Man denke dabei nur an die zahlreichen Kirchenbauten und Paläste, die uns bis heute ins Staunen versetzen.

Die Anforderungen an Baugerüste war hoch. Die Unfallgefahr, der sich die Erbauer aussetzen, ebenfalls. Gerüste wurden aus Rüststangen und stabilen Kanthölzern errichtet. Querhölzer und Seilverbindungen sorgten für Stabilität. Beim Bau des Petersdoms wurde zunächst ein riesiges Gerüst errichtet, über dem dann das steinerne Tonnengewölbe entstand. Für die malerische Ausgestaltung der mittelalterlichen Kirchenbauten errichtete man Raumgerüste. Solche Gerüste nutzte beispielsweise Leonardo da Vinci für die Arbeit an seinen Fresken.

Die industrielle Revolution

Mit der Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert änderten sich auch die Baugerüste. Komplexe Gerüstteile wurden nun aus Eisen hergestellt. Dabei verbesserte sich die Biegetechnik zunehmend. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts stellte man Gerüstkonstruktionen in Serie her. Die Gerüste aus jener Zeit nennt man Gerüst-Fachwerkskonstruktionen. Zum Ende des 19. Jahrhunderts hin industrialisierte sich schließlich die Stahlproduktion. Stahlgerüste aus Kuppel- oder Stahlrohrkonstruktionen setzten sich durch. Beim Bau der Wolkenkratzer wurden die einstigen Hilfsgerüste nun zum Bestandteil des Bauwerks für sogenannten Stahlbeton. Dies ist etwa beim Empire State Building der Fall. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gibt es erste Systemgerüste. Sie funktionieren nach dem Baukastenprinzip und werden aus verschiedenen Rahmen und Modulen zusammengefügt. Der Aufbau von Gerüsten ging nun wesentlich schneller vonstatten. Heute steht bei Baugerüsten vor allem die Sicherheit im Vordergrund, die durch eine ganze Reihe von Auflagen gewährleistet werden soll. Auch als Werbeträger mit großer Fernwirkung sind Gerüste außerordentlich interessant. Der Gerüstbau hat schließlich die gesamte moderne Architektur geprägt. Das wird besonders an Stahlkonstruktionen von Brücken, dem Eiffelturm oder der Bauhaus-Architektur deutlich.

Unterschiedliche Gerüstarten

Wenn Sie sich für einen Eigenbau entschließen, sollten Sie die unterschiedlichen Gerüstarten kennen. Es gibt Rahmengerüste und Modulgerüste. Jedes Rahmengerüst muss individuell geplant und errichtet werden. Im Gerüstbau werden solche Systemgerüste als Sonder- oder Spezialgerüste bezeichnet. Rahmengerüste haben eine geringe Montagezeit. Sie müssen vom Deutschen Institut für Bautechnik zugelassen werden. Ein solches Gerüst ist geeignet, wenn Sie beispielsweise Ihre Fassade selber reparieren. Es schützt nicht nur Sie und Ihre Helfer, sondern auch Passanten. Modulgerüste sind ganze Gerüstsysteme. Bei ihnen werden in gleichmäßigen Abständen von einem halben Meter sogenannte Knotenpunkte angeschweißt oder verankert. Daran können später Konsolen, Riegel oder Diagonalen durch Einhaken fixiert werden. Mit diesem System werde sowohl Flächen- als auch Raumgerüste errichtet. Sie werden als Industrie oder Schutzgerüste verwendet. Gerüste für den Eigenbau können Sie bei Gerüstherstellern wie Alfix, Assco, Layher, Peri oder MJ Plettac häufig auch gebraucht kaufen. Die wichtigsten Grundmaterialien für Baugerüste sind heute und hierzulande Aluminium, Stahl und auch Holz. In asiatischen Ländern wird übrigens auch jetzt noch Bambus für den Bau von Gerüsten verwendet. Dieser Rohstoff ist belastbar, beweglich und vergleichsweise günstig.

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